Heilige Veronika Giuliani

Die Verworfenen, von Gottes Anschauung ausgeschlossen - was müssen sie sehen?

Die heilige Veronika Giuliani hatte eine denkwürdige Höllenvision: am 27. Januar 1716 erschien ihr die MutterGottes in Begleitung von zwei Engeln; diesen befahl sie, Veronika vor die Pforten der Hölle zu bringen. . Vor einem tiefdunklen, stinkenden Ort kamen ihr Tiergeschrei, Schlangen, schreckliche Stimmen und Donnergetöse entgegen.

Dann sah sie einen grossen Berg, bedeckt mit Nattern und Schlangen. Von unten herauf hörte man Verwünschungen; und als der Berg sich öffnete, schien er angefüllt mit verdammten Seelen, die von Dämonen mit feurigen Ketten gefesselt gehalten wurden. Und sie sah andere Berge, wo noch schlimmere Folterungen geschahen.

In der Mitte dieses schrecklichen Ortes aber sass Luzifer auf seinem Thron; er war furchtbar anzuschauen und schien hundert Köpfe voller Lanzen zu haben. An den Spitzen der Lanzen war etwas wie ein Auge, das fortwährend feurige Pfeile aussandte. .. Und obwohl die Zahl der Dämonen und Verdammten ungeheuer gross war, konnten alle dieses abscheuliche Haupt sehen; auch Luzifer selbst sah alle und quälte sie unaufhörlich. Darauf erklärten mir die Engel, so wie der Anblick Gottes im Himmel alle Auserwählten glücklich mache, so sei die Anschauung dieses schauderhaften Monstrums Luzifer in der Hölle eine ständige Qual für die Verdammten.

Ihre grösste Pein ist es, von Gott für immer getrennt zu sein. Luzifer empfindet diese Qual am meisten. Er lästert Gott, und so tun es alle; er flucht Gott, und so fluchen alle; er leidet und ebenso alle anderen.

,,Jetzt machten mich die Engel auf das Kissen aufmerksam , berichtet sie weiter, ,,das den Thron Luzifers darstellte: und ich erkannte, dass es die Seele von Judas war. Luzifer zu Füssen lag ein zweites grosses Kissen mit Seelen von verdammten Gottgeweihten. Dann öffnete sich der Thron und mitten unter den Dämonen sah ich geistliche Würdenträger der Kirche. . Wenn die Engel mir nicht zur Seite gestanden und meine gute Mutter mich nicht gestärkt hätte, wäre ich sicher vor Schreck gestorben. ,,Nun verstehen wir noch mehr ein Geständnis Satans aus dem Mund eines Besessenen,

das er auf göttlichen Zwang hin ablegte, denn viel mehr geht es ihm doch darum, sich und seine Absichten zu verbergen. Es kann uns eine wertvolle Hilfe sein, im Blick auf das Kleine wie auf das Grosse in der Welt, vielleicht sogar in uns und in unserem Leben. Stehen wir doch alle in einer gewaltigen Auseinandersetzung in unserer Zeit. Hier nun die ausserordentliche Bezeugung des Fürsten dieser Welt:
,,Ich bedecke die Welt mit Ruinen, ich überschwemme sie mit Blut und Tränen. Ich entstelle, was schön ist; ich beschmutze, was rein ist; ich stürze, was gross ist. Ich tue alles Böse, das ich tun kann, und ich möchte es noch in das Verhältnis des Unendlichen steigern können. Ich bin ganz Hass, nichts als Hass. Erst wenn du eine Intelligenz hättest, grösser als alle Intelligenzen seit Anbeginn, vereint in einer einzigen, dann könntest du die Tiefe, die Höhe und die Weite dieses Hasses erkennen. Und je mehr ich hasse, desto mehr leide ich. Mein Hass und meine Leiden sind unsterblich wie ich selbst. Ich kann nur hassen, wie ich auch nur leiden kann.
Willst du aber wissen, was dieses Leiden und diesen Hass noch vermehrt? Dass ich besiegt bin, dass ich nutzlos hasse und nutzlos so viel Böses tue. Nutzlos?

Nein! Denn ich habe eine Freude, wenn man sie Freude nennen kann. Wenn es Freude wäre, wäre es die einzige Freude, die ich habe. Ich habe die Freude, Seelen zu töten, für die Er sein Blut vergossen hat! Er ist für sie gestorben, auferstanden und zum Himmel aufgestiegen. Ja, ich mache seine Menschwerdung und seinen Tod wirkungslos, ich mache ihn wirkungslos an den Seelen, die ich töte. Verstehst du das? Eine Seele töten? Er hat sie erschaffen nach seinem Bild und sie sich ähnlich gemacht. Er hat sie geliebt mit unendlicher Liebe. Er ist für sie gekreuzigt worden. Und ich nehme sie ihm, morde diese Seele. Ich hasse sie aufs höchste und verdamme sie. Mich hat sie ihm vorgezogen, obschon ich für sie nicht vom Himmel herabgestiegen bin!

Wie kommt es, dass ich dir dies sage? Du wirst dich vielleicht bekehren, wirst mir entschlüpfen, und dennoch muss ich dir dies sagen. Er zwingt mich dazu. Er bedient sich meiner gegen mich. Ich habe ihn beständig vor den Augen meines Verstandes, jawohl! Ihn, Gott, wie Er war, als ich ihn noch mit solcher Hingabe anbetete, dass alle Herzen seiner Heiligen es nicht fassen könnten, wenn sie empfänden, was ich empfand. Wenn du dieses Licht nur hättest sehen können, diese Schönheit, diese Grösse, diese Vollkommenheit! Wie habe ich nun all das verloren! Ich war so glücklich, so glücklich. Nun bin ich so unglücklich, auf ewig, und ich hasse ihn, seine Gottheit, seine Menschheit, seine Engel, seine Heiligen, seine Mutter - seine Mutter vor allem! Sie ist es, die mich besiegt! Willst du verstehen, wie sehr ich leide, wie tief ich hasse? Nun denn, in gleichem Mass bin ich jetzt des Hasses und des Leidens fähig, wie ich einst des Liebens und des Glückes fähig war.

Ich, Luzifer, bin Satan geworden, der immer Gegner, immer Widersacher ist. In diesem Augenblick erfüllt mein Denken die ganze Erde, alle Völker, alle Regierungen, alle Gesetze. Ich halte die Fäden alles Bösen, das sich vorbereitet, in Händen, und ich tue nichts, was nicht gegen diesen Menschen gerichtet wäre, diesen Priester - den Papst. Wenn ich den Papst in die Verdammnis hineintreiben könnte! Einen Papst, der sich verdammen würde! Doch wenn ich auch den Menschen versuchen kann, der Papst ist, so kann ich ihn doch nicht verleiten, einen Irrtum auszusprechen. Wenn du das verstehen könntest! Der Heilige Geist ist es, der ihm beisteht. Der Heilige Geist hindert ihn, eine Irrlehre zu verkünden, eine auch nur zweifelhafte Lehre zu lehren, wenn er als Papst spricht. - Ach, siehst du, es ist etwas Besonderes um einen Papst!

Ich bin im voraus besiegt. Und doch habe ich dabei etwas gewonnen: nämlich, was ich an Seelen verderbe. Ich töte ihm unsterbliche Seelen, für die Er den Preis auf Kalvaria bezahlt hat. Ach, was sind die Menschen doch für Narren! Für ein bisschen Ehrgeiz, ein bisschen Schmutz, ein bisschen Gold lassen sie sich kaufen.

Glaube mir, dass Er wieder leiden würde, wenn Er noch könnte! Aber Er kann nicht mehr leiden. Was tut es? Ich töte ihm Seelen, ich töte ihm Seelen! * Entnommen einem Manuskript von Friedrich Ritter von Lama, zitiert nach dem Buch von Graf Emmanuel de Rougé ,,Ein Geständnis Satans aus dem Munde eines Besessenen. (gekürzt wiedergegeben) - In ,,Ist keiner aus dem Jenseits zurückgekommen? - Hacker-Verlag

In einem anderen Fall von dämonischer Besessenheit - 1927 in Earling/Kanada - musste 23 Tage lang der Exorzismus, der kirchliche Bannspruch, gebetet werden, in den letzten Tagen sogar auch nachts, bis die Dämonen ihr Opfer endlich freigaben.

,,Einmal , so schreibt Pater Theophilius, der Exorzist, ein bayerischer Kapuziner in seinem sehr interessanten Bericht, ,,stand Luzifer persönlich vor mir, eine halbe Stunde sichtbar, ganz im Feuer wie glühendes Eisen in seiner ganzen teuflischen Gestalt. Er trug eine Krone auf dem Haupt und ein feuriges Schwert in der Pratze. Das ganze Zimmer war voller Feuerflammen. Luzifer fluchte und lästerte furchtbar. Er sagte: ,Wenn ich nur könnte, ich hätte dich schon längst umgebracht. Hätte ich nur die frühere Gewalt noch, du würdest sehen, was ich mit dir tun würde

Sie ist unverwest.....

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